Hitzeschutz in NÖ
Pflege- & Betreuungs-
einrichtungen

9. Juli 2026

Anfrage

der Abgeordneten Mag.a Edith Kollermann gemäß § 39 LGO 2001 an die Landesrätin für Bildung, Soziales und Wohnbau Mag.a Christiane Teschl-Hofmeister

betreffend: Hitzeschutz in Niederösterreichs Pflege- und Betreuungseinrichtungen

Die Auswirkungen des Klimawandels führen bereits heute zu längeren, häufigeren und intensiveren Hitzeperioden. Gerade in Pflege- und Betreuungseinrichtungen stellen hohe Raumtemperaturen eine erhebliche Belastung für Bewohner:innen und das Personal dar. Insbesondere ältere Menschen sowie gesundheitlich beeinträchtigte Personen zählen zu den besonders hitzegefährdeten Bevölkerungsgruppen. Gleichzeitig erschweren hohe Temperaturen die Arbeitsbedingungen für das Personal und können die Qualität der Versorgung beeinträchtigen.

In zahlreichen älteren niederösterreichischen Pflege- und Betreuungseinrichtungen verfügen Bewohnerzimmer, Aufenthaltsbereiche und Personalräume nach wie vor über keine ausreichende Klimatisierung oder aktive Kühlung. Angesichts der zunehmenden Zahl an Hitzetagen stellt dies sowohl für die Gesundheit der Bewohner:innen als auch für die Arbeitsbedingungen des Personals eine wachsende Herausforderung dar.

Die Nachrüstung bestehender Gebäude mit Klimaanlagen oder anderen geeigneten Kühlsystemen ist zweifellos mit baulichen, hygienischen und finanziellen Herausforderungen verbunden. Dennoch darf dies nicht dazu führen, dass Bewohner:innen und Beschäftigte den Auswirkungen zunehmender Hitzeperioden schutzlos ausgesetzt bleiben.

Vor diesem Hintergrund soll insbesondere geklärt werden, ob das Land Niederösterreich die schrittweise Nachrüstung älterer Pflege- und Betreuungszentren mit geeigneten Kühlsystemen plant und welche Maßnahmen vorgesehen sind, um künftig sowohl Bewohnerzimmer als auch Aufenthalts- und Personalbereiche systematisch gegen extreme Hitze zu schützen. Vor diesem Hintergrund richtet die Gefertigte folgende

Anfrage

1. In welchen niederösterreichischen Pflege- und Betreuungszentren bestehen derzeit klimatisierte bzw. aktiv gekühlte
a) Bewohnerräume,
b) Aufenthaltsräume,
c) Personalräume?
Bitte jeweils nach Standort und Anzahl bzw. Anteil der klimatisierten Räume aufschlüsseln.

2. Welche Nachrüstungsmaßnahmen zur Klimatisierung oder aktiven Kühlung von Bewohner- und Personalbereichen sind derzeit geplant? (Bitte nach Standort, Art der Maßnahme, geplantem Projektbeginn, geplanter Fertigstellung sowie veranschlagten Kosten aufschlüsseln)

3. Für jene Pflege- und Betreuungszentren, für die derzeit keine Nachrüstungsmaßnahmen geplant sind:
a) Aus welchen Gründen sind keine Maßnahmen vorgesehen?
b) Welche alternativen Maßnahmen werden zur Reduktion der Hitzebelastung gesetzt?

4. Wie viele Fälle von hitzebedingten bzw. hitzekorrelierten Gesundheitsproblemen bei Bewohnerinnen und Bewohnern wurden in den Jahren 2023, 2024, 2025 sowie im ersten Halbjahr 2026 gemeldet? (Bitte nach Standort und Jahr aufschlüsseln)

5. Wie viele Fälle von hitzebedingten bzw. hitzekorrelierten Gesundheitsproblemen beim Personal wurden in den Jahren 2023, 2024, 2025 sowie im ersten Halbjahr 2026 gemeldet? (Bitte nach Standort, Jahr und Art aufschlüsseln)

6. Welche Maßnahmen wurden aufgrund der unter den Fragen 4 und 5 genannten Vorfälle jeweils gesetzt? (Bitte nach Standort und Maßnahme aufschlüsseln)

7. In welchen Fällen wurden nach gemeldeten hitzebedingten Vorfällen keine zusätzlichen Maßnahmen gesetzt? (Bitte die Gründe dafür darstellen)

8. Welche Strategie verfolgt das Land Niederösterreich, um seine Pflege- und Betreuungszentren angesichts künftig häufiger zu erwartender Hitzeperioden schrittweise klimafit zu machen?

9. Welche Investitionen sind in den Jahren 2026 bis 2030 für Maßnahmen zur Kühlung bzw. Klimatisierung von Pflege- und Betreuungszentren vorgesehen? (Bitte nach Jahr und Standort aufschlüsseln)

10. Welche Mindeststandards hinsichtlich Raumtemperatur bzw. Hitzeschutz gelten derzeit für niederösterreichische Pflege- und Betreuungszentren und wie wird deren Einhaltung kontrolliert?

11. Welche Förderprogramme oder Finanzierungsmodelle stellt das Land Niederösterreich den Pflege- und Betreuungszentren für Maßnahmen zur Klimatisierung oder baulichen Hitzevorsorge zur Verfügung?

12. Plant das Land Niederösterreich, bei zukünftigen Neu-, Zu- oder Umbauten von Pflege- und Betreuungszentren eine verpflichtende Klimatisierung bzw. passive und aktive Hitzeschutzmaßnahmen als Standard vorzusehen? Wenn ja, ab wann und in welcher Form?

Die Anfrage richtet sich ausdrücklich an das für die Pflege- und Betreuungszentren zuständige Mitglied der Landesregierung, wenngleich allfällige Rückfragen an die Landesgesundheitsagentur durchaus erwünscht sind.

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