Frauen wollen keine
Blumen – Frauen wollen Gleichstellung

2. März 2026

Frau mit 2 Kleinkindern

Seit mehr als 100 Jahren kämpfen Frauen für Rechte, die für Männer selbstverständlich sind oder sie vermeintlich nicht betreffen: für das Wahlrecht, für Selbstbestimmung über den eigenen Körper, für reproduktive Freiheit, für sichere Abtreibung, für Chancengleichheit. Nichts von dem, was bis jetzt erreicht wurde,  war ein Geschenk. Alles musste erkämpft werden.

Warum? Weil echte Gleichstellung bestehende Machtverhältnisse verändert. Weil die Anerkennung von Frauenrechten das patriarchale System ins Wanken bringen kann.

So tief wollen wir an dieser Stelle gar nicht gehen. Aber der Weltfrauentag am 8. März erinnert jedes Jahr nicht nur daran, was erreicht wurde – sondern auch daran, worum Frauen leider immer noch kämpfen müssen.

Wirtschaftliche Abhängigkeit ist kein Zufall

Ein zentraler Punkt ist die wirtschaftliche Unabhängigkeit. Frauen geraten nicht wegen mangelnder Ausbildung in finanzielle Abhängigkeit – ein Blick auf die Absolvent:innenzahlen an Schulen und Hochschulen reicht. Frauen sind hervorragend qualifiziert.

Die Abhängigkeit entsteht durch ganz „normale“ Biografien. Durch Kinder. Durch Pflege. Durch Sorgearbeit. Frauen leisten nach wie vor den Großteil dieser unbezahlten Arbeit. Gleichzeitig verdienen sie in Österreich um 18,3% weniger als Männer. Der sogenannte Gender Pay Gap liegt damit über dem EU-Durchschnitt.

Wer wegen Kinderbetreuung in Teilzeit geht, zahlt doppelt: geringeres Einkommen heute, geringere Pension morgen. Der Gender Pension Gap beträgt in Österreich über 30 Prozent. Man sieht eindeutig: Altersarmut ist weiblich.

Der sogenannte Motherhood Gap beschreibt genau dieses Phänomen: Mit der Geburt eines Kindes sinken Einkommen und Karrierechancen von Frauen deutlich – bei Männern ist oft das Gegenteil der Fall. Das ist kein individuelles Versagen. Das ist ein strukturelles Problem.

Partnerschaft auf Augenhöhe braucht Unabhängigkeit

Eine Beziehung auf Augenhöhe bedeutet, dass niemand darauf angewiesen ist, es der anderen Person aus finanzieller Notwendigkeit „recht machen“ zu müssen.

Wer wirtschaftlich abhängig ist, hat weniger Handlungsspielraum. Weniger Sicherheit. Weniger Freiheit. Warum ist es überhaupt notwendig, dass Frauen diese Unabhängigkeit aktiv einfordern müssen?

Eine Gesellschaft, die sich Kinder wünscht, sollte Interesse daran haben, dass Eltern ihren Kinderwunsch erfüllen können, ohne im täglichen Spagat zwischen Erwerbsarbeit und Betreuung auszubrennen. Ein Partner, der sich eine stabile Beziehung wünscht, sollte ebenso ein Interesse an fairem Ausgleich haben.

Was Familien brauchen, ist Stabilität. Die Sicherheit, nicht abzustürzen.

Politik kann den Rahmen setzen

Wir NEOS sagen klar: Gleichstellung darf nicht einfach nur dahingesagt werden. Politik kann und muss Rahmenbedingungen schaffen.

  • Automatisches Pensionssplitting bis zum 7. Geburtstag des jüngsten Kindes mit Opt-out-Möglichkeit. Wer zugunsten der Familie auf Erwerbseinkommen verzichtet, darf im Alter nicht bestraft werden.
  • Flächendeckende, qualitätsvolle Kinderbetreuung ab dem 1. Lebensjahr mit Rechtsanspruch. Elementarpädagogik ist kein Luxus, sondern Standort- und Gleichstellungspolitik.
  • Eine echte Willkommenskultur für Kinder, die Eltern nicht gegeneinander ausspielt.

Der Weltfrauentag ist kein symbolischer Feiertag. Er ist ein politischer Auftrag.

Gleichstellung schafft Sicherheit statt Abhängigkeit, Stabilität statt Druck – und stärkt damit nicht nur Frauen, sondern unsere gesamte Gesellschaft.

Blumen sind nett. Strukturelle Fairness wäre besser.

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